News

News

Erst eine Medaille bei Olympia, dann Konfettiregen in Ofterschwang

Riesenslalom-Ass Viktoria Rebensbrug verrät, wie sie sich auf die Spiele in Korea vorbereitet. Warum sie sich wie ein kleines Kind auf den Heimweltcup im Allgäu freut.

Viktoria Rebensburg - Strahlende Siegerin beim Riesenslalom

Sie waren zweieinhalb Wochen mit einer Virusinfektion flachgelegen und haben dennoch jetzt am Kronplatz mit einem fabelhaften zweiten Lauf ein furioses Comeback gefeiert und den dritten Riesenslalom der Saison gewonnen. Hat Sie das auch selbst überrascht?

Viktoria Rebensburg: Klar. Ich musste die Rennen in Bad Kleinkirchheim und Cortina d´Ampezzo auslassen. Wenn man so lange auf der Couch liegt und nichts tut, ist das frustrierend, vor allem wenn es so lange dauert. Es war nicht einfach, die Geduld zu haben. Aber es hat sich ausgezahlt so lange zu warten.

Auch vor deiner Krankheit lief es mit vier Podest- und weiteren vier Top-Ten-Platzierungen ja äußerst erfolgreich. Gibt einem ein Auftaktsieg in Sölden den entscheidenden Schub an Selbstvertrauen?

Rebensburg: Natürlich bin ich erst einmal sehr, sehr happy, dass ich so gut in die Saison gestartet bin. Basis dafür war sicherlich die gute Vorbereitung im Sommer. Ich konnte alles relativ planmäßig durchziehen - und das ist für jeden Skifahrer die beste Basis. Natürlich war es ein absolutes Highlight für mich, gleich mit einem Sieg zu starten. Das gibt definitiv Selbstvertrauen. Man weiß, dass der Weg und die Richtung stimmt. Ja, der erste Teil der Saison war sehr gut und jetzt versuche ich, daran anzuknüpfen.

Drei Tage nach der Eröffnungsfeier geht es schon um olympisches Gold. Ist es Dir lieber, wenn du im Wettkampfmodus bleibst oder wäre dir eine gezielte Vorbereitung auf die Spiele lieber?

Rebensburg: Natürlich schont man sich nicht vor Olympia. Man versucht
trotzdem die Rennen noch bestmöglich für sich zu nutzen, um da einfach auch das Maximum herauszuholen und um wirklich auch einige Wettkampfkilometer in den Beinen zu haben.

Thema Olympia: In Whistler hast du Gold, in Sotschi Bronze im Riesenslalom gewonnen? Liegen Dir solche Großereignisse ganz besonders? Warum bist du vom Nervenflattern da nicht so betroffen wie andere? Hast du da ein spezielles mentales Geheimnis?

Rebensburg: Ja, scheinbar liegt mir Olympia ganz gut – zwei Starts bisher, zwei Medaillen. Deshalb habe ich natürlich sehr schöne Erinnerungen sowohl an Sotschi als auch an Vancouver. Vancouver war für sich einfach ein besonderes Rennen, alleine schon mit den zwei Durchgängen an zwei verschiedenen Tagen, die ihresgleichen suchen. So etwas habe ich danach nie mehr wieder erlebt. Sotschi war auch besonders – wegen der Vorgeschichte mit meiner Krankheit. Es war sehr schön, dort wieder auf dem Podest zu stehen, nachdem ich zuvor so lange keine Rennen fahren konnte. Und deshalb freue ich mich auch dieses Jahr sehr auf die Olympischen Spiele. Es ist wieder ein neuer Ort, neue Gegebenheiten und da muss man versuchen, sich optimal darauf abzustimmen. Das werden wir speziell in den nächsten Wochen tun, um vor den Spielen den richtigen Schwung zu bekommen. Damit alles passt, muss man Körper, Material und Skitechnik sauber aufeinander abstimmen.

Wann wirst du nach Pyeongchang reisen? Was erwartest du Dir von den Spielen in Südkorea?

Rebensburg: Ich werde direkt nach den Rennen in Garmisch nach Pyeongchang reisen. Gleich am nächsten Tag steige ich in den Flieger nach Seoul. Denn, ich habe letztes Jahr bei den Testwettkämpfen gemerkt, dass mir die Umstellung nicht ganz so leicht gefallen ist. Deshalb war es mir wichtig, so früh wie möglich rüberzufliegen, um mich wirklich optimal akklimatisieren zu können und den zeitlichen Rhythmus gut aufzunehmen.

Wirst du auch in der Kombi angreifen? Da hat Deutschland ja schließlich
einen Titel zu verteidigen…

Rebensburg: Ich werde nicht in der Kombi an den Start gehen. Natürlich haben wir einen Titel zu verteidigen, aber wenn es danach geht, müsste die Maria (Anm. Maria Höfl-Riesch) nochmal selber fahren. Aber ich werde es nicht tun. Ich habe schon lange keinen Slalom mehr trainiert und von dem her würde ein Start auch keinen Sinn machen.

Ofterschwang gehört auch zu den Orten, an denen du dich besonders wohl
fühlst. Zählt dein Doppelsieg 2012 immer noch zu den Highlights Deiner
Karriere?

Rebensburg: Ofterschwang ist natürlich für mich persönlich ein extremes
Highlight meiner Karriere - nach wie vor. Das werde ich auch nie vergessen. Es waren wirklich zwei extrem schöne Tage und die werden immer tief in meinem Herzen dbleiben. Daher freue ich mich auch schon jetzt wie ein kleines Kind auf die Rennen in Ofterschwang. Da müssen wir uns zwar noch etwas gedulden, aber wenn es dann so weit ist, bin ich extrem motiviert.

Was macht das Rennen in Ofterschwang für Dich so reizvoll?

Rebensburg: Es war einfach eine so schöne Atmosphäre. Es war fast schon ein Familienfest und es war damals super Wetter – natürlich macht auch das was aus. Die Leute waren alle extrem gut drauf. Die Stimmung war extrem positiv aufgeladen.

Hast du vor dem Heim-Weltcup im März noch eine Botschaft für deine Fans im Allgäu?

Rebensburg: Meine Botschaft an alle: Kommts wieder an den Hang, feuerts uns gscheit an und dann denke und hoffe ich, dass wir alle ein schönes Skifest miteinander feiern können - bei hoffentlich schönen Bedingungen für alle. Sowohl für uns Rennfahrer als auch für die Zuschauer. Ich freue mich schon sehr auf Euch alle. Dazwischen habe ich noch etwas anderes zu tun, aber der März ist sicherlich auch bald mal da. Macht es gut.