Linsey Vonn (USA) kurz vor dem Ziel

Zusatzschicht zahlt sich aus

Tina Maze gewinnt den Slalom am Ofterschwanger Horn vor Wendy Holdener und Weltmeisterin Mikaela Shiffrin.

Am Samstag hatte Tina Maze nach dem Riesenslalom sofort die Ski gewechselt, die offizielle Pressekonferenz ausgelassen und dafür ein zusätzliches Slalomtraining eingelegt. Das hat sich jetzt ausgezahlt: Die Slowenin hat vor 7200 Zuschauern bei frühlingshaften Temperaturen den Weltcup-Slalom am Ofterschwanger Horn gewonnen. Maze hatte mit einer Gesamtzeit von 1:52,85 Minuten am Ende 0,25 Sekunden Vorsprung vor der Schweizerin Wendy Holdener (1:53,10 Minuten). Die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin (1:53,60 Minuten) hatte als Drittplatzierte 0,75 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. Nach dem ersten Durchgang hatte die 17-jährige Slalom-Weltmeisterin in Ofterschwang noch geführt.

Durch Mazes zehnten Saisonsieg bleibt auch das Rennen um die kleine Kristallkugel bis zum Weltcup-Finale in Lenzerheide (Schweiz) spannend. Maze, die sich bereits vorzeitig den Gesamt-Weltcup gesichert hat, übernahm nun auch die Führung in der Slalom-Wertung. Vor dem letzten und entscheidenden Rennen der Saison hat sie sieben Punkte Vorsprung vor Shiffrin.

Für die 19-jährige Wendy Holdener war es der erste Podestplatz bei einem Weltcup-Rennen. Zudem beendete sie eine lange Schweizer Durststrecke: Zuletzt gelang es einer Eidgenössin nämlich mit Sonja Nef im November 2003, also vor knapp zehn Jahren, bei einem Weltcup-Slalom unter die ersten Drei zu fahren.

Beste Deutsche war am Ende Lena Dürr auf Rang 22 (1:56,65 Minuten). Andrea Filser landete bei ihrem zweiten Einsatz im Weltcup auf dem 23. Platz (1:57,09 Minuten). Lokalmatadorin Christina Geiger aus Oberstdorf schied im zweiten Durchgang aus. Sie war dabei aber nicht die Einzige, der dieses Schicksal widerfuhr. Gleich sieben Läuferinnen kamen im zweiten Lauf nicht ins Ziel. Unter anderem auch Erin Mielzynski, die Vorjahres-Siegerin des Slaloms in Ofterschwang.

Stimmen nach dem 2. Durchgang

Tina Maze (Slowenien, 1.): „Es hat sich ausgezahlt, dass ich gestern nach dem Riesenslalom gleich Slalom trainiert habe. Mein zweiter Lauf war nicht perfekt. In dem Frühlingsschnee musste man versuchen, die Linie zu treffen und ich war einige Male nicht nahe genug an den Toren. Der Slalom ist von allen die schwierigste Disziplin. Man muss ständig attackieren und viel riskieren und so können Fehler passieren. Da bin ich gerne mal sehr nervös. Darum lautete heute meine Devise, nicht zu viel zu denken und den Ski laufen zu lassen. Wenn man so gute Leistungen zeigt wie ich in dieser Saison, zeigt das, dass man nicht nur mental, sondern auch körperlich stark ist.“

Wendy Holdener (Schweiz, 2.): „Ich wusste schon vor dem Rennen, dass ich momentan gut drauf bin. Trotzdem war ich vor dem zweiten Lauf schon ein bisschen nervös. Das war ein ganz komisches Gefühl, als Vorletzte an den Start zu gehen. Es hat schon gekribbelt. Ich habe versucht, Vollgas zu geben. Das hat sich ausgezahlt. Mein bestes Ergebnis im Weltcup war bisher ein neunter Platz. Dass ich heute Zweite geworden bin, habe ich noch gar nicht richtig verarbeitet. Ich genieße das Ganze jetzt noch ein bisschen.“

Mikaela Shiffrin (USA, 3): „Ich bin glücklich über einen Platz auf dem Podium, obwohl ich das Gefühl hatte, dass ich nicht alles aus mir rausgeholt habe. Aber ich werde mir das Video anschauen und sehen, wo die Fehler lagen. Was die Arbeiter hier in Ofterschwang geleistet haben, ist unglaublich. Die Piste war so präpariert, dass man die Temperaturen gar nicht so gespürt hat. Jetzt geht es weiter mit dem Training für Lenzerheide. Dort ist ein toller Hang und die Rennen zum Ende sind nochmal wichtig. Tina Mazes Saison ist unglaublich, sie ist nur ein oder zweimal nicht auf dem Podest gewesen. Wenn man sie nach dem Rezept des Erfolgs fragen würde, wäre die Antwort wohl: harte Arbeit.“

Lena Dürr (Deutschland, 22.): „Im zweiten Durchgang wollte ich eigentlich noch mehr angreifen und weiter nach vorne fahren. Das wäre mit einer guten Startnummer meine Chance gewesen, ein paar Plätze gutzumachen. Das habe ich jetzt zwar auch, aber nur, weil so viele Läuferinnen ausgeschieden sind. Das ärgert mich jetzt schon brutal. Da ist es für mich jetzt auch überhaupt kein Trost, dass ich beste Deutsche bin.“

Christina Geiger (Deutschland, DNF): „Es war heute schwierig zu fahren. Es will bei mir heuer irgendwie nicht laufen. Jetzt schauen wir erst mal, dass ich das letzte Rennen noch gut fahre, um noch ein paar Dinge für die nächste Saison mitzunehmen. Ich weiß, dass ich schnell und im Training auch gut bin. Nun muss ich sehen, dass ich das auch noch in den Rennen umsetzen kann.“

Tina Maze
Tina Maze

Weitere Fotos vom Riesenslalom

Fotos: Gerwig Löffelholz
Marie Michelle Gagnon
Wendy Holdener2
Wendy Holdener
Tina Maze2
Tina Maze
Therese Borsen
Podest