Linsey Vonn (USA) kurz vor dem Ziel

Fenninger gewinnt

Die Österreicherin setzt sich vor rund 7700 Zuschauern im Riesenslalom vor Tina Maze und Viktoria Rebensburg durch.

Anna Fenninger hat momentan einen Lauf! Nach ihrem Sieg beim Super-G in Garmisch-Partenkirchen vor einer Woche gewann die Österreicherin nun im Ski-Weltcup auch den Riesenslalom in Ofterschwang. Vor 7700 Zuschauern setzte sie sich nach zwei spannenden Läufen in 2:29,39 Minuten mit 0,44 Sekunden Vorsprung vor der Slowenin Tina Maze (2:29,83 Minuten) durch. Ihren minimalen Vorsprung von drei Hundertstel Sekunden nach dem ersten Durchgang baute Fenninger im zweiten Lauf sogar noch aus.

Auch Viktoria Rebensburg, im Vorjahr noch Doppelsiegerin am Ofterschwanger Horn, erwischte einen Sahnetag. Sie fuhr in 2:30,35 Minuten auf den dritten Platz und schaffte damit im Allgäu erneut den Sprung auf das Siegerpodest, zum vierten Mal in einem Riesenslalom in dieser Saison.

Die drei Besten waren eine Klasse für sich, denn Eva-Maria Brem (Österreich) auf dem vierten Platz hatte bereits über zwei Sekunden Rückstand auf die Spitze.

Zweitbeste Deutsche wurde Veronique Hronek. Sie fuhr in 2:32,30 Minuten vom 21. Rang nach dem ersten Lauf bis auf den zehnten Platz nach vorne. Maria Höfl-Riesch hingegen kam mit den frühlingshaften Bedingungen nicht klar und fiel in 2:32,75 Minuten vom siebten auf den 16. Platz zurück. Simona Hoesl (2:33,46 Minuten) wurde am Ende 27.

Zahlreiche mitfavorisierte Läuferinnen kamen im selektiven ersten Durchgang zu Sturz, unter anderem die Österreicherin Kathrin Zettel oder die Slalom-Weltmeisterin Mikaela Shiffrin. Besonders hart traf es Tanja Putiainen. Die Finnin stürzte und verletzte sich dabei so schwer am Knie, dass sie mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste.

Stimmen nach dem zweiten Durchgang

Anna Fenninger (Österreich, Siegerin): „Es war heute von Vorteil, von vorn weg zu fahren. Ich bin überrascht, dass ich im zweiten Lauf noch so gut war. Die Bedingungen waren nicht gut, es hat geregnet und die Leute haben hier wie im
Vorjahr wieder eine exzellente Arbeit geleistet. Meine Saisonbilanz fällt richtig gut aus. Mein Ziel war immer, in allen Disziplinen, in denen ich starte, Siegfahrerin sein zu können. Im Riesenslalom bin ich es schon, im Super-G läuft es auch und in der Abfahrt gibt es noch Arbeit. Meine Devise ist, rundum Energie zu sparen und wenn es drauf ankommt, Gas zu geben.“

Tina Maze (Slowenien, Platz 2): „ Natürlich bin ich sehr zufrieden mit dem heutigen Rennen. Die Piste war super, die Atmosphäre toll. Ich habe mein Bestes gegeben. Ein Startnummernrennen war das heute nicht, dazu war die Piste zu gut. Ich hatte im zweiten Lauf oben einen kleinen Fehler. Da habe ich zu viel Energie verbraucht, um noch ganz vorne zu landen. Weil es morgen im Slalom ja noch um etwas geht, werde ich jetzt sofort zum Slalomtraining gehen.“

Viktoria Rebensburg (Deutschland, Platz 3): „Von mir aus könnten alle Weltcup-Rennen in Ofterschwang stattfinden. Die Strecke liegt mir einfach und ich fühle mich hier sehr wohl. Ich hatte mir vorgenommen, hier locker anzutreten, und das ist mir gelungen. Ja, mein Kämpferherz kam heute schon durch. Ich wollte es mir und meinen Fans schon zeigen, dass ich es besser kann als zuletzt in Garmisch. Der erste Lauf war sehr wellig und für einen Riesenslalom recht ungewöhnlich. Du musstest gut Richtung machen, damit du den Speed nicht verlierst. Der zweite Lauf war recht drehend und war viel besser zu fahren. Als unten erst mal die Eins aufgeleuchtet ist, war ich natürlich zufrieden. Bei einem Heimrennen ist das doch noch mal was ganz besonderes. Wenn ich ehrlich bin, bin ich froh, wenn es nächste Woche vorbei ist. Die Saison war lang und lehrreich, vor allem nach der Materialumstellung.“

Julia Mancuso (USA, Platz 8): „Es war ein guter Tag. Der zweite Lauf war ein bisschen schwierig. Die Bedingungen haben sich verschlechtert und mein Fahrstil war noch nicht ganz sicher, aber ich bin glücklich über das Ergebnis. Es ist
immer eine tolle Sache, unter den Top Ten zu sein.“

Veronique Hronek (Deutschland, Platz 10): „Ich hab hier mein bestes bisheriges Riesenslalom-Ergebnis im Weltcup eingefahren und bin super zufrieden. Ich habe im zweiten Durchgang versucht dran zu bleiben und das ist mir geglückt. Nach dem Auf und Ab am Anfang der Saison bin ich jetzt schon zufrieden. Ich bin froh, wenn die Saison zu Ende ist, denn man merkt allmählich doch die Müdigkeit. Aber die letzten Rennen werden wir auch noch packen.“

Tina Weirather (Liechtenstein, Platz 13): „Die Piste war im zweiten Lauf an manchen Stellen schon arg ramponiert. Aber es ist halt einfach viel zu warm. Nichtsdestotrotz wurde hier in Ofterschwang wieder gut gearbeitet.“

Maria-Höfl-Riesch (Deutschland, Platz 16): „Im ersten Lauf war ich noch ganz gut dabei, obwohl ich auch da ein paar kleine Fehler hatte. Im zweiten aber bin ich überhaupt nicht zurecht gekommen. Das war heute ein Lauf zum Vergessen.“

Simona Hösl (Deutschland, Platz 27): „Jetzt hab ich nach Courchevel zum zweiten Mal Weltcup-Punkte gesammelt. Mit meinem zweiten Lauf bin ich trotzdem nicht ganz zufrieden, denn ich hätte noch mehr Dampf machen müssen. Die Stimmung hier ist supertoll und die Piste hat auch prima hergehalten, obwohl sie im zweiten schon ein bisschen schwieriger zu fahren war, nachdem schon so viele Läuferinnen drüber sind.“

Die drei Besten in Ofterschwang: Tina Maze, Anna Fenninger und Viktoria Rebensburg (Foto: Gerwig Löffelholz)
Die drei Besten in Ofterschwang: Tina Maze, Anna Fenninger und Viktoria Rebensburg (Foto: Gerwig Löffelholz)

Weitere Fotos vom 2. Durchgang des Riesenslaloms

Fotos: Gerwig Löffelholz
2DG Viktoria Rebensburg
2DG Tina Maze2
2DG Tina Maze
2DG Maria Höfl Riesch
2DG Julia Mancuso
2DG Eva Maria Brem
2DG Anna Fenninger
Siegerehrung