Kostelic triumphiert erneut in Ofterschwang
Die Weltcup-Führende Janica Kostelic aus Kroatien hat das letzte Alpin-Rennen vor den Olympischen Winterspielen in Turin gewonnen. Die 24-Jährige gewann den Weltcup-Slalom in Ofterschwang in souveräner Manier mit 1:33 Sekunden Vorsprung vor den beiden Österreicherinnen Kathrin Zettel und Marlies Schild. Hinter einer weiteren Österreicherin, Michaela Kirchgasser, belegte Annemarie Gerg (30) aus Lenggries überraschend den fünften Rang und sorgte damit aus Sicht des Deutschen Skiverbandes für einen versöhnlichen Abschluss des Weltcup-Wochenendes. Ebenfalls erfreulich für den DSV war Rang 16 für die 20-jährige Fanny Chmelar aus Garmisch-Partenkirchen, die mit der hohen Startnummer 51 ihr bislang bestes Weltcup-Ergebnis erzielte.
Knapp 10 000 Besucher sahen im Ofterschwanger Skistadion ein spannendes Rennen, das von Janica Kostelic dominiert wurde. Nach Platz drei im ersten Lauf gelang ihr mit deutlicher Laufbestzeit im zweiten Durchgang ihr fünfter Saisonsieg. Bereits 2001 gewann Kostelic den Weltcup-Slalom von Ofterschwang. Damit ist die Titelverteidigerin von Salt Lake City (USA) auch große Favoritin auf den Sieg beim bevorstehenden Olympia-Slalom von Sestriere.
Stimmen zum Tag
Janica Kostelic (Kroatien): "Der erste Durchgang war okay aber nicht hundertprozentig. Beim zweiten Durchgang war ich ziemlich nah dran an den anderen Mädels. Ich habe oben am Start schon mitbekommen, dass die unten an Zeit verloren haben. Ich bin angeschlagen, fühle mich matt und habe keine Power. Jetzt reise ich nach Hause, damit ich bald wieder fit bin. Meine Bilanz von Ofterschwang: Ich hatte hier gute Tage, aber auch schlechtere ..."
Kathrin Zettel (Österreich): "Ofterschwang war für mich sehr erfolgreich. Ich bin sehr zufrieden. Der Ausfall gestern beim Riesenslalom war nicht so wild. Das passiert. Ich bin im Moment einfach gut drauf und das weiß ich. Mit dem zweiten Platz heute im Slalom bin ich sehr zufrieden. Im ersten Lauf habe ich ein paar Fehler gemacht. Die Pisten waren super, teilweise sehr glatt, was mir sehr entgegen kommt. Für Olympia steht morgen die Einkleidung auf dem Programm und danach die traditionelle Verabschiedung durch den Bundespräsidenten. Danach geht´s die letzten Tage nach Südtirol zum Trainieren. Der Sieg von Janica kam nicht völlig überraschend. Sie ist berüchtigt für ihre wahnsinnigen Läufe. Dass sie krank ist, war schwer zu bemerken. Das österreichische Team für Turin steht noch nicht endgültig fest. Die Entscheidung liegt beim Trainer. Eine intere Qualifikation wird es nicht geben und ich gehe schon davon aus, dass ich im Slalom und Riesenslalom mit dabei bin."
Marlies Schild (Österreich): "Ich bin mit meiner Platzierung sehr zufrieden, mit meiner Leistung aber nicht so. Der erste Durchgang lief nicht besonders gut. Beim zweiten Lauf klappte es dann besser. Ich hatte zu wenig Tempo und im Zielhang hat mir der Schwung gefehlt. Der dritte Platz ist ein Aufschwung für Olympia. Ja, ich hatte ein paar Unsicherheiten. Ich hatte mich auf eine glatte Piste eingestellt und bin dann mit mehr Druck gefahren. Sie war dann aber doch griffiger und die Umstellung darauf hat Zeit gekostet. Im zweiten Lauf hatte ich weniger Probleme. Ich war sehr schnell und bin gut gefahren. Als Favoritinnen für Olympia sehe ich neben Kostelic und Paerson meine Teamkolleginnen Kathrin Zettel, Niki Hosp - und hoffentlich mich."
Fanny Chmelar (20): "Bin voll zufrieden. Ich habe einen super ersten Lauf erwischt. Und auch im zweiten ging es ganz gut. Dieses Rennen gibt mir auf jeden Fall viel Selbstvertrauen für die nächsten Wettbewerbe. Dass mir das beste Weltcup-Ergebnis ausgerechnet hier beim Heimrennen in Ofterschwang gelang, ist absolut geil."
Monika Bergmann-Schmuderer (26): "Ich bin in der letzten Nacht wegen einer Magen- und Darmgrippe nur über der Schüssel gehängt. Mir war am Start derart schlecht. Aber ich hab mir hier runtergequält. Natürlich bin ich sehr enttäuscht und kann eigentlich nur die Flucht nach vorne antreten. Alles andere ist völlig uninteressant. Ich hoffe, dass auf eine schlechte Generalprobe eine gute Premiere bei Olympia folgt und ich irgendwann mal gut durch komme. Auf das verlasse ich mich jetzt."
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Gerg mit Podest-Chancen
Annemarie Gerg (30), Foto rechts, hat beim Ski-Weltcup-Slalom in Ofterschwang gute Chancen, erstmals in dieser Saison auf das Podest zu fahren. Nach dem ersten Lauf liegt die Lenggrieserin auf Platz fünf. Ihr Rückstand auf die Dritte des ersten Laufes, die Kroatin Janica Kostelic, beträgt 34 Hundertsel Sekunden.
Schnellste im ersten Durchgang war die Schwedin Anja Paerson, die am Samstag bereits den Riesenslalom für sich entschieden hatte. Zweite mit elf Hundertselsekunden Rückstand ist Kathrin Zettel (Österreich), hinter Kostelic liegt Nicole Hosp auf Rang vier. Für eine positive Überraschung sorgte DSV-Läuferin Fanny Chmelar (20), Foto links, aus Garmisch-Partenkirchen, die mit Startnummer 51 auf Platz 17 fuhr.
Mit einer noch höheren Startnummer, 57, schaffte die Französin Rabea Grand sogar den Sprung auf Platz 15 - ein Beweis, wie gut die Piste in Ofterschwang im ersten Lauf präpariert war.
Mit Monika Bergmann-Schmuderer (27) aus Laim und Kathrin Hölzl (21) aus Bischofswiesen qualifizierten sich zwei weitere Läufer des Deutschen Skiverbandes für den zweiten Durchgang, der um 12.45 Uhr beginnt.

Unglücklich verabschiedete sich Martina Ertl-Renz vom Rennwochenende in Ofterschwang. Die 32-Jährige aus Lenggries fädelte bei ihrem letzten Rennen in Deutschland am viertletzten Tor ein und schied aus. DSV-Präsident Alfons Hörmann und Karlheinz Fäßler, Präsident des Organisationskomitees in Ofterschwang, bedankten sich nach ihrem letzten Heimrennen "für die vielen schönen Stunden und Erfolge", die Ertl-Renz den deutschen Skifans in den letzten zwölf Jahren beschert habe.
(Fotos: Peter Lehner, Gerwig Löffelholz)
Martina Ertl-Renz ausgeschieden
Martina Ertl-Renz: "Habe mich nicht schlecht gefühlt und alles versucht. Im oberen Teil bin ich gut reingekommen. Im Flachen verliere ich immer ein bisschen, das ist ganz normal. Und dann bin ich zu gerade in den Zielhang eingefahren. Es hat leider nicht sein sollen. Es kann bei Olympia nur besser gehen. Jetzt mache ich zwei oder drei Tage Urlaub. Ab dem 8. Februar geht´s dann zum Training nach Südtirol. Ich werde sicherlich meine letzten Olympischen Spiele genießen."
Paerson: Vorolympischer Angriff auf Kostelic
Anja Paerson aus Schweden macht Angriff auf die Führende des Gesamt-Weltcups, Janica Kostelic. Beim Slalom am Sonntag (Start 9.45 Uhr), dem letzten Rennen vor den Olympischen Spielen in Turin, will die Schwedin nach Rang zwei am Freitag und dem (mit der Spanierin Rienda geteilten) Sieg am Samstag weiter Punkte sammeln.
Sechs Läuferinnen des DSV werden an den Start gehen: Martina Ertl-Renz mit Startnummer 8, Monika Bergmann-Schmuderer (9), Annemarie Gerg (14), Kathrin Hölzl (49), Fanny Chmelar (51) und Susanne Riesch, die Schwester von Maria Riesch, mit Nummer 58.
Die Gesamt-Weltcup-Führende Janica Kostelic, die am Samstag Abend wegen 38 Grad Fiebers nicht an der Startnummern-Auslosung teilnahm, wird laut kroatischem Mannschaftsführer zu 95 Prozent beim Slalom an den Start gehen.
"Nur wenn sie sich ganz schlecht fühlt, wird sie im Hinblick auf Olympia natürlich nichts riskieren."
Maria Jose Rienda, die zweifache Siegerin der Riesenslalom-Weltcups, verzichtet auf einen Start beim Sonntags-Slalom und wird sich in ihrer Heimat Granada auf die Olympischen Spiele vorbereiten.
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