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Allgäuer Frauen-Power bei der WM 1978
Marile Epple holt Gold, Silber für Irene Epple und Pamela Behr
Sie zählten mit zu den größten Tagen des Allgäuer Skisports, jene vom 1. bis 4.Februar 1978 innerhalb der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch Partenkirchen. In diesem kurzen Zeitraum gab es einmal Gold und zweimal Silber für junge Damen aus dem Allgäu. Den Weltmeistertitel gewann die noch 18-jährige Marile Epple im Riesenslalom, ihre 20-jährige Schwester Irene (beide vom TSV Seeg) holte sich die Vizemeisterschaft in der Abfahrt und die 21-jährige Sonthofenerin Pamela Behr ebenfalls den zweiten Platz im Slalom. Doppelführung nach erstem Durchgang Über 30 000 Zuschauer an der Piste sahen beim Riesenslalom zunächst einen hervorragenden ersten Lauf von Irene Epple, die sich mit Bestzeit vor Schwester Maria in Führung gesetzt hatte. Gibt es vielleicht gar zwei Medaillen für die Geschwister, war die Frage vor dem zweiten Durchgang. Beim entscheidenden zweiten Lauf hatten die Österreicherin Annemarie Moser-Pröll (3.), Lise-Marie Morerod (2.) aus der Schweiz und Marile Epple alle die gleiche Zeit erzielt. Irene, der der Kurs nicht so lag, fuhr dann über eine Sekunde langsamer und fiel auf Rang vier zurück. "Bei mir lief's nicht so gut, aber Hauptsache, Maria hat ihren Sieg", so Irene. Unter Jubelstürmen erhielt im Olympia-Eisstadion Maria Epple ihre Goldmedaille umgehängt "Mir wurde bei dieser Zeremonie plötzlich ganz weich in den Knien", gestand sie anschließend . Im Jahr ihres Weltmeisterschaftserfolgs wurde sie in Deutschland zur "Sportlerin des Jahres" gewählt und mit dem "Silbernen Lorbeerblatt" ausgezeichnet. Sie hatte oft genug mit schweren Verletzungen zu kämpfen, die sie alle gut überstand. "Eigentlich eigenartig, da sind wir fast 400000 Kilometer sicher und ohne Unfälle mit dem Auto von Rennen zu Rennen gefahren, aber auf der Piste hat es mich einige Male doch ganz schön erwischt." Marile Epple gewann fünf Weltcuprennen (vier im Riesenslalom, einmal im Slalom) und wurde fünfmal deutsche Meisterin (dreimal Slalom, zweimal Riesenslalom). Sie heiratete im Sommer 1984 den Slalomfahrer Florian Beck aus Gunzesried, wo sie jetzt auch wohnt, und beendete im Februar 1986 ihre sportliche Laufbahn. 35 000 Zuschauer bei der Abfahrt Beim Abfahrtslauf, der wegen Schneetreibens und Nebel um einen Tag verschoben werden musste, standen 35 000 Zuschauer an der Strecke und jubelten vor allem Irene Epple zu, die hinter der großen Favoritin Annemarie Moser-Pröll aus Österreich mit 24 Hundertstelsekunden Rückstand Zweite geworden war. "Ich hätte jeden für verrückt erklärt, der mir vor vier Wochen gesagt hätte, ich gewinne in Garmisch eine Medaille", so damals die Ostallgäuerin , die nach einer Verletzung im rechten Knie( Innenband und Meniskus) erst wenige Wochen vor der WM wieder ins Wettkampfgeschehen eingegriffen hatte. Irene Epple gewann zwei Jahre später bei den Olympischen Spielen in Lake Placid die Silbermedaille im Riesenslalom und bezeichnet diesen Erfolg als den größten ihrer sportlichen Laufbahn. Sie hat insgesamt acht Weltcuprennen für sich entschieden, sechs in der Abfahrt, einen im Riesenslalom und auch den ersten ausgefahrenen Super-G 1983 in Verbier. 1982 war sie im Gesamt-Weltcup Zweite und gewann im gleichen Jahr den Riesenslalom-Weltcup. Achtmal war sie deutsche Meisterin (fünfmal Riesenslalom, dreimal Abfahrt), wurde 1980 mit der höchsten Sportauszeichnung, dem Silberlorbeer, bedacht und , wie ihre Schwester Irene zwei Jahre zuvor, 1980 zur Sportlerin des Jahres gekürt. Ein Jahr vor Marile beendete sie 1985 ihre aktive Laufbahn. Sie studierte Medizin und heiratete den damaligen Bundesfinanz-Minister Theo Waigel.. Als Dr. Irene Epple-Waigel ist sie politisch und sozial stark engagiert. So ist sie u.a. Mitglied des Ostallgäuer Kreistages, Schirmherrin Kindergesundheit, Stiftungsratsmitglied der Stiftung Kinder gegen Gewalt. Auf gleichem Hang das Skifahren erlernt Pamela Behr warf 1978 ihre jahrelange Routine beim Slalom in die Waagschale. Schließlich war sie schon mit 14 Jahren jüngste deutsche Meisterin und mit 16 gar Weltcupsiegerin geworden. Auf jenem Gelände, an dem sie ihr Vater, als Fünfjährige zum Skikurs anmeldete, feierte sie nun am Olympiahang hinter Lea Sölkner (Österreich) ihren größten Triumph mit der Vizeweltmeisterschaft. Vor allem spielten diesmal die Nerven mit. Schließlich hatte Pamela Behr zwei Jahre zuvor 1976 bei den Olympischen Spielen in Innsbruck nach dem ersten Durchgang vor Rosi Mittermaier in Führung gelegen. Rosi holte sich dann Gold, die Sonthofenerin wurde "nur" Fünfte. "Ich hatte das Gefühl, daß es diesmal gut gehen würde und war vor dem zweiten Lauf gar nicht aufgeregt". Nach den Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid beendete sie ihre sportliche Laufbahn. Pamela Behr wohnt seit ihrer Hochzeit im Oktober 1986 mit dem Österreicher Christian Knauth oberhalb Bregenz und hat einen wunderbaren Ausblick auf das "Schwäbische Meer". Mit dem Skisport bleibt die ehemalige Sonthofenerin, die siebenmal deutsche Slalom-Meisterin und erwähnte Vizeweltmeisterin war, weiter verbunden. Sie ist Technische Delegierte (TD) und ihr Mann Marketing- und Medien-Direktor der FIS.
Ein proklamierter Olympia-Sieg

Als 19jährige gewinnt Heidi Biebl 1960 den Abfahrtslauf in Squaw Valley Der olympische Abfahrtslauf der Damen 1960 im Tal der Indianerfrauen, in Squaw Valley, war noch gar nicht gestartet, da hatte der deutsche Trainer Fritz Huber die Oberstaufenerin Heidi Biebl schon als Gewinnerin proklamiert. So überzeugt von der Allgäuerin war nicht nur er, sondern auch viele internationale Experten. Denn vor Olympia war schon bei den traditionellen Rennen in Grindelwald und Kitzbühel dieses Mädel aufgefallen, das "mit glänzender Kondition, ungewöhnlichem Mut und außerordentlicher Standfestigkeit imponierte". Heidi Biebl wurde ihrer Favoritenrolle gerecht. Zwei Tage nach ihrem 19. Geburtstag fuhr sie am 19. Februar am KT 22 mit Start in 2447 m Höhe auf einer Länge von 1828 m und 553 m Höhenunterschied mit Nummer "8" zum Olympiasieg. Sie übertraf in 1:37,6 Minuten um genau eine Sekunde die Bestzeit der unmittelbar vor ihr gestarteten 21jährigen Amerikanerin Penny Pitou, die noch frenetisch gefeiert wurde. Zunächst zeigte sie Unzufriedenheit:" Im oberen Teil zu langsam und bei einem Tor viel zu weit abgetragen", schilderte sie damals ihre Eindrücke. Sie war immer selbstkritisch, häufig unzufrieden mit ihrer Leistung und sehr skeptisch. So ließ sie sich auch erst feiern, als die letzte Läuferin das Ziel erreicht hatte. Für den Olympiasieg erhielt sie von den Nationalmannschafts-Angehörigen einen Sombrero geschenkt. Bei einer abschließenden Rundfahrt in den Staaten gefiel ihr bei einem Besuch einer Ranch ein putziges kleines Kälbchen, das sie streichelte. "Willst Du es, ich schenke es Dir", so der Cowboy. Und in der Tat, einige Wochen später kam das Tier mit dem Flugzeug in München an. Es wurde einem Bauern in Oberstaufen anvertraut und "Miss Olympia" genannt. Heidi Biebl startete dann noch 1964 bei den Olympischen Spielen in Innsbruck und belegte jeweils vierte Ränge in der Abfahrt und im Slalom. 1966 beendete sie als 25jährige ihre Laufbahn. "Natürlich war der Olympiasieg der größte Erfolg meiner Karriere. Dazu kamen ja auch noch viele hervorragende Ergebnisse bei internationalen Rennen und schließlich 15 deutsche Meistertitel.", so die Allgäuerin.
Mit ungeliebter Startnummer "1" zur Goldmedaille

Ossi Reichert holt 1956 ersten deutschen alpinen Olympiasieg der Nachkriegszeit Nicht nur im Allgäu, in vielen Teilen der Bundesrepublik war der Jubel groß, als am 27.Januar 1956 bei den Olympischen Spielen in Cortina d"Ampezzo zum erstenmal nach dem Zweiten Weltkrieg wieder eine Goldmedaille im Skisport von einem/einer Deutschen gewonnen wurde. Rosa "Ossi" Reichert gewann das Edelmetall im Riesenslalom auf der 1366 Meter langen Strecke Calanone della Tofana. "Es war ein verdammt kalter Tag, 27 Grad zeigte das Thermometer", erinnert sich die vom Allgäuer Berghof über Ofterschwang/Sonthofen stammende Olympiasiegerin. Dabei schienen auch die Voraussetzungen im Vorfeld garnicht so günstig. "Ich war ziemlich schlecht beieinander, da mir durch eine Grippe Arme und Beine weh taten". Von der Auslosung kamen die Offiziellen erst sehr spät zurück und zeigten sich der Allgäuerin gegenüber nicht sehr gesprächig. "Sie trauten sich nur zögernd in den Raum in dem wir saßen," erzählt Ossi Reichert. "Ich merkte, dass ihnen irgend etwas unangenehm war. Sie drucksten herum und ich sagte ihnen gleich, ich habe wohl die Nummer eins und fügte hinzu, ich gebe morgen mein Bestes, ob ich nun Nummer eins, sieben oder dreizehn habe". Die "1" zählte zu den unbeliebten Startnummern, die Riesenslalom-Konkurrenz wurde damals noch in einem Durchgang entschieden. Um 11,01 Uhr war Ossi Reichert gestartet, um 11:02:56,5 Uhr hatte sie das Ziel durchfahren, in einer Zeit, die nach ihr von keiner anderen Läuferin der Welt mehr erreicht wurde. Die Sensation war perfekt, schließlich hatte sich eine Fahrerin durchgesetzt, die weder Teeny noch Twen war, sondern das 30. Lebensjahr schon vollendet hatte. Bereits vier Jahre zuvor hatte die für den SC Sonthofen startende bei den Olympischen Spielen 1952 in Oslo die Silbermedaille im Slalom gewonnen und war daraufhin schon mit der höchsten deutschen Sportauszeichnung, dem "Silberlorbeer" dekoriert worden. Ihre einzigen deutschen Meistertitel gewann sie erst nach ihrem Olympiasieg zum Abschluß ihrer Laufbahn 1956 in Oberstdorf mit den Erfolgen im Slalom, Riesenslalom und der Kombination.
Wahl-Allgäuerin Christl-Cranz
Immer noch die erfolgreichste alpine Skiläuferin der Welt Sie ist mit zwölf Weltmeistertiteln und dem Olympiasieg von 1936 die erfolgreichste alpine Skiläuferin der Welt, Christl Cranz , die seit 1947 das Allgäu zu ihrer Wahlheimat auserkoren hatte. Sie verstarb im September 2004 im Alter von 90 Jahren. Die in Brüssel geborene kam mit ihren Eltern über die Schwäbische Alb nach Interlaken in die Schweiz und siedelte dann nach Freiburg in den Schwarzwald über. Mit vier Jahren bekam Christl Cranz ihre ersten Ski, mit neun holte sie ihren ersten Sieg bei einem Kinderrennen. Dann ging es steil nach oben. In den Jahren zwischen 1934 und 1939 gewann sie zwölf Weltmeistertitel (vier im Slalom, drei in der Abfahrt, fünf in der Kombination) und 15 deutsche Meisterschaften bis 1941.Zwei weitere Weltmeistertitel wurden wegen des Krieges ihr nachträglich aberkannt. Ihr größter Erfolg war natürlich der Olympiasieg 1936 in Garmisch-Partenkirchen. 35 000 Zuschauer an den Hängen und eine ganze Nation zitterten um die Goldmedaille. Nach einem Sturz in der Abfahrt hatte sie 19 Sekunden Rückstand auf die Norwegerin Laila Schou-Nilsen , im Slalom (es gab nur eine Kombinationswertung ) war sie dann um 21,3 Sekunden besser, was zur Goldmedaille reichte. "Heute unvorstellbar, so einen Rückstand aufzuholen, aber die Zeiten beim Abfahrtslauf lagen zwischen fünf und sechs Minuten", schilderte sie. 1941 erklärte sie ihren Rücktritt, weil sie Mitteilung vom Soldatentod ihres ebenfalls erfolgreichen Bruders Rudi erhalten hatte. Als sie 1947 ins Allgäu kam gründete die ehemalige Pädagogin und Assistentin am Hochschulinstitut für Leibesübungen in Freiburg im Allgäuer Steibis/Oberstaufen eine Skischule mit Internat für Kinder. Sie blieb dem Skisport auch als Frauenwartin des Deutschen Skiverbandes (DSV), internationale Kampfrichterin und Betreuerin der deutschen Damen bei den Olympischen Spielen 1956,. 1960 und 1964 erhalten. Christl Cranz wurde mit vielen nationalen und internationalen Ehrungen bedacht und 1991 in die "Hall of Fame", die Ruhmeshalle des internationalen Frauensports in New York aufgenommen.
Bei der Siegerehrung fehlte der Weltmeister

Vielseitiger Ludwig Leitner krönte seine Laufbahn mit dem WM-Titel 1964 Es war der Schlußtag der Olympischen Spiele 1964 in Innsbruck. 65 000 Zuschauer im Berg-Isel-Stadion beim Springen, der Abschluss-Zeremonie und den Siegerehrungen in der Alpinen Kombination, für die nur der Weltmeistertitel vergeben wurde. "Weltmeister Ludwig Leitner Deutschland", tönte es über die Lautsprecher ins weite Rund. Großer Jubel, aber was da ? Ein kleiner, kräftiger älterer Herr schritt zum Siegerpodest. Es war nicht der Kleinwalsertaler, sondern der Präsident des Deutschen Skiverbandes Dr. Adolf Heine aus Isny, der die WM-Goldmedaille in Empfang nahm. Und wo war der Gladiator ? "Luggi" Leitner: "Ich habe gar nicht gewußt, dass die Siegerehrung ist. Ich saß mit meiner zukünftigen Frau Renate in einem Café und sahen bezw. hörten auf einmal im Fernsehen, dass ich als Weltmeister aufgerufen wurde". So kam der "Skikönig des Allgäus", wie er allgemein bezeichnet wurde, um seine größte sportliche Ehrung. Er hatte sich den Weltmeistertitel mit Bravour erkämpft. Damals wurde die Kombination noch nicht separat, sondern innerhalb der drei Spezial-Disziplinen ausgefahren. Die Addition der Punkte war entscheidend. Ludwig Leitner erreichte jeweils fünfte Plätze in der Abfahrt und im Slalom, im Riesenslalom wurde er Achter. Zuvor wurde "Luggi" bei den Olympischen Spielen in Squaw Valley 1960 Vierter und war auch noch einmal 1968 in Grenoble dabei. Bei den Weltmeisterschaften 1962 und 1966 gab es jeweils die Bronzemedaillen in der Dreier-Kombination. "Willst Du für uns bei den Olympischen Spielen starten, musst Du Deutscher werden", hatten ihn 1959 die Verantwortlichen des Deutschen Ski-Verbandes mitgeteilt. "Luggi" Leitner, der österreichische Bergbauer aus dem Kleinwalsertal, wechselte daraufhin seine Nationalität und ist seit dem Deutscher. Aber schon zuvor hatte er einige deutsche Titel erkämpft, war fünfmal deutscher Jugendmeister und Junioren-Europameister 1958. Auf nationaler Ebene ist er unerreicht: 16 mal deutscher Titelträger, je viermal im Slalom, Riesenslalom, Abfahrt und Kombination. International errang er Erfolge auf fast allen Pisten der Welt. Ihm wurde auch das "Silberne Lorbeerblatt" verliehen.
1987 und 1988 schlug das ewige Talent zu
Frank Wörndl holt WM-Gold und dann Olympiasilber
Er war der Sonnyboy der deutschen alpinen Skifahrer, Frank Wörndl aus Sonthofen. Er hat alle Höhen und Tiefen eines Spitzensportlers erlebt, das ewige Talent, das aber immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wurde. Im Februar 1987 schlug dann aber seine große Stunde. Da gewann der damals 27 jährige sensationell den Weltmeisterschaftsslalom im schweizerischen Skiort Cranz Montana. Dabei gehörte er nur noch dem B-Kader des DSV an, startete in der zweiten Gruppe und kaum Hoffnungen auf einen vorderen Platz. Aber er hatte sich gut auf die Saison vorbereitet. Schon beim Riesenslalom, den er als Siebter beendete, war für viele das WM-Ziel eigentlich schon erreicht. Aber nicht für den sichtlich enttäuschten Frank Wörndl. Er wollte mehr. Beim ersten Slalom-Durchgang lag sein deutscher Teamkollege Armin Bittner eine hundertstel Sekunden vor ihm. Nach einem großartigen zweiten Lauf schafft Wörndl die Sensation, er wurde vor dem Österreicher und Günter Mader und Bittner Weltmeister. Ein Zufallserfolg? Weit gefehlt. Schließlich schlug er ein Jahr später bei den Olympischen Spielen in Galgary noch einmal zu. Da holte er die Silbermedaille im Slalom hinter dem großen Superstar, dem ItalienerAlberto Tomba Vor Beginn der dann folgenden Saison beendete er aufgrund starken Schmerzen seine Laufbahn. Er hatte sich häufig verletzt, sein Bein wurde nach einem schweren Sturz schon als als 13 jähriger um drei Zentimeter verkürzt. Fünfmal war Frank Wörndl deutscher Meister und ebenso oft Teilnehmer an Weltmeisterschaften bzw. Olympischen Spielen.
Bei der WM in Vail schaffte er die Sensation
Hansjörg Tauscher gewinnt 1989 den Titel in der Abfahrt. Er sorgte am Rosenmontag 1989 in Vail/Colorado in den USA für die große Überraschung. Er gewann bei den alpinen Weltmeisterschaften den Titel im Abfahrtslauf, der damals 21jährige Oberstdorfer Hansjörg Tauscher vom SK Stillachtal. "Ich konnte damals ohne Nervenbelastung, ohne Leistungsdruck fahren, von mir hatte ja keiner eine Medaille erwartet". Umso größer war dann der Rummel um ihn, an fünf Stellen wollte man ihn gleichzeitig haben. Aber Hansjörg Tauscher war und ist nicht der Typ des Herumreichenlassens, er liebt mehr die Ruhe. Verständlich daher seine Aussage: "Die schönste Stunde für mich war nach dem Rennen, als ich allein auf meinem Zimmer war, in der Badewanne saß und zur Ruhe kommen konnte". Von Kindheit an stand Tauscher auf Ski. "Am Anfang bin ich aber nicht so großartig gefahren", sagte er. Aber die Wohnlage in 1000 m Höhe in Schwand direkt am Fellhornhang, hat schließlich dazu beigetragen, daß er sich fast jede freie Minute dem Skifahren widmete. Recht bald war er Sieger bei den verschiedensten Nachwuchsrennen, wurde Allgäuer, Bayerischer und 1985 Deutscher Jugendmeister im Riesenslaom. Im Gleichen Jahr gewann er bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Jasna die Silbermedaille in der Abfahrt. Erst nach seinem WM-Titel in Colorado gewann er deutsche Meisterschaften: 1991 im Super-G und 1992 in der Abfahrt. Dreimal startete er bei Olympischen Spielen, dreimal bei Weltmeisterschaften. Seine beste Olympiaplatzierung war der siebte Rang 1992 in Val d'Isere/Albertville. Zwischen 1986 und 1995 stand er bei über 100 Weltcuprennen am Start und erfuhr dabei 25 Platzierungen unter den ersten 15, daruntenr zehnmal unter den zehn Besten. Mitten in der Saison 1994/95 beendete der damalige Polizeimeister des Bundesgrenzschutzes (BGS) aufgrund einer verschleppten Viruserkrankung seine sportliche Laufbahn. Er widmete sich anschließend sieben Jahre der Trainertätigkeit und wurde vom Deutschen Ski-Verband für die Nachwuchsarbeit und die Durchführung der Kid's-Cups, später für die Arbeit im C- und D-Kader verpflichtet.
Mit ungeliebter Startnummer "1" zur Goldmedaille
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