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Für eine perfekte Weltcup-Piste wird Tag und Nacht geschuftet
Vor einem Jahr lobte FIS-Renndirektor Skaardal: In Ofterschwang fand das am besten organisierte Damen-Rennen statt – Am 6./7. März soll dieser gute Ruf verteidigt werden
Es ist bitterkalt in dieser Nacht. Draußen zu arbeiten, macht nicht wirklich Spaß. Doch dick eingemummt in Anoraks, Mützen, Handschuhen und wasserdichten Stiefeln schreiten die drei Ofterschwanger Schnee-Experten – und mit ihnen gut zwei Dutzend freiwilliger Helfer – Meter um Meter die im Flutlicht erleuchtete Weltcup-Piste ab und unterziehen sie einer Sonderbehandlung. Schließlich sollen in gut zwei Wochen, wenn die alpine Weltelite zum fünften Mal ins Allgäu kommt, hier ideale Verhältnisse herrschen. Das komplette Schnee-Know-How des Allgäus ist versammelt: Florian Beck (51), der ehemalige Rennläufer, der sich nicht nur am Alpinen Trainingszentrum für ideale Verhältnisse einsetzt, sondern zuletzt auch auf den WM-Pisten in Garmisch-Partenkirchen. Dazu Roland Frey (48), der ehemalige Trainer der Schweizer Nationalmannschaft und Pistenchef Peter Pöppel (43), der mit seinem Team in Ofterschwang jeden Maulwurfshügel kennt und sich in Sachen Pistenpflege in den vergangenen Jahren das Prädikat Weltklasse erarbeitete. Das Thermometer in dieser Nacht zeigt minus zwölf Grad. Ideal, um den Kurs mit dem so genannten Sprühbalken zu präparieren. Dabei wird alle 10 Zentimeter Wasser mit großem Druck in den Schnee gespritzt. So kann ein idealer Untergrund geschaffen werden, dem weder ein Wärmeeinbruch noch Neuschnee groß etwas anhaben kann. Insgesamt 20 Stunden Feinarbeit werden dafür benötigt. Damit der Publikumsverkehr am Ofterschwanger Weltcup-Express nicht leidet, wird die Piste in mehrere Abschnitte aufgeteilt und meist außerhalb der Liftzeiten gearbeitet. Noch nie so viel Schnee Warum sich die Ofterschwanger derart ins Zeug legen? „Weil wir unseren guten Ruf zu verteidigen haben und natürlich um dem Vertrauen das FIS und DSV uns schenken gerecht zu werden “, erklärt Generalsekretär Stefan Huber. Schließlich sei man in diesem Winter nur (außerplanmäßig) in den Weltcup-Kalender aufgerückt, weil Renndirektor Atle Skaardal aus Norwegen bei der Bilanz der Vorsaison die Damen-Rennen in Ofterschwang als die am besten organisierten bezeichnet hatte. „Dies wollen wir natürlich auch heuer bestätigen“, so Huber. Florian Beck ist guter Dinge, den weltbesten Alpinfahrerinnen auch diesmal beste Bedingungen bieten zu können. „Wer glaubte, ein Weltcup Anfang März sei unmöglich, der wird nun eines besseren belehrt. Selten haben wir so viel Schnee gehabt, noch nie war die Piste so breit“, strahlt Beck. Eigentlich könnte er den Daumen für den Weltcup schon nach oben richten. Aber Beck hat schon zu viel erlebt: „Es sieht super aus, aber es sind schon noch ein paar Tage bis zum Weltcup“. Vielleicht sogar noch ein paar kalte und arbeitsreiche Nächte.
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